Liebe Sympathisanten, Komplizen und Freunde der bandfabrik,
es gibt einen Aufsatz über „Irritation, Dissonanz, Störung“ in der Musik. Dessen Autor Frank Lachmann beschreibt störende Ausnahmephänomene dort als „ein Aufrütteln des Bewusstseins“, als Irritationen, die versuchen, „kalkulierte Dinge zu hinterfragen“. Die Irritation lenke von jener Erwartungshaltung ab, „die oft auch Langeweile genannt wird“. Im Unterschied zwischen Tatsache und Möglichkeit liege ihr Potenzial.
In diesem Sinne möchte die bandfabrik gerne ein Ort der Störung sein. Ein Ort, an dem Kunst und Kultur unsere Hör-, Seh- und Denkgewohnheiten irritieren und in Frage stellen. Kunst stellt nicht fest, sondern sie stellt Fragen. Sie glaubt nicht an vorgeblich „alternativlose“ Lösungen und postuliert keine ewigen Wahrheiten. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Politik. Womöglich ist genau deshalb Politik oft so langweilig. Immer mehr Menschen wenden sich von der etablierten Politik ab und suchen nach anderen Mitwirkungsplattformen oder ziehen sich gar ins Private zurück.
„Wir können nicht beobachten, ohne das zu beobachtende Phänomen zu stören“, sagte einst Werner Heisenberg. Zu diesem Stören möchte die bandfabrik ermutigen. Wir möchten spannende und zugleich unterhaltende Kunst und Kultur anbieten, Darstellungs- und Klangformen, die den geistigen und politischen Stillstand stören und uns die Möglichkeit bieten, neu und genauer auf das zu schauen, was uns alle betrifft. Vielleicht kommen wir dann auch zu Fragen, die die Selbstgewissheiten in Politik ,Wirtschaft und Gesellschaft entlarven und unsere Formen des Zusammenlebens nach anderen Möglichkeiten untersuchen.
Das wären konstruktive Störungen. Loten wir doch die Strecke zwischen Tatsache und Möglichkeit, zwischen Langeweile und Spannung, zwischen Selbstgewissheit und Inspiration gemeinsam aus! Dazu laden wir herzlich und aufrichtig ein. Und wir versprechen: Das macht Spaß!
Andy Dino Iussa im Namen des bandfabrik-Teams
Mit freundlicher Unterstützung durch
